Originalrezept "Hübinger Eierschmier"
Eierschmier, früher ein sogenanntes Arme-Leute-Essen, verdankt seinen Namen den zu
seiner Herstellung verwendeten Zutaten und deren Verarbeitung. Es besteht im
wesentlichen aus Rührei, "verlängert" mit Mehl und Wasser, versetzt mit einer exakten
Abstimmung von Zutaten wie Schnittlauch und Salz und vermengt durch Anwendung
einer speziellen, durch die Jahrhunderte hindurch gepflegten Rührtechnik. Gebacken in
Griebenschmalz entsteht so echtes Hübinger Eierschmier mit seinen von Kennern
geschätzten geschmacklichen Vorzügen. Zusammen mit echtem Backesbrot aus einem
Dorfbackhaus ist es ein wahrer Leckerbissen.
Für den interessierten Laien hier die allgemeine Variante, die auch von Leuten mit
bescheidener Küchenerfahrung zubereitet werden kann und die auch noch ausgezeichnet
mundet. Statt Backesbrot nimmt man dann ein gutes Roggenmischbrot:
Zutaten (für zwei Personen):
4 Eier
4 Teelöffel Mehl
Einen guten Eßlöffel voll Griebenschmalz (ersatzweise kann auch Öl genommen werden)
Schnittlauch (nach Bedarf)
Salz zum Würzen
Mineralwasser
Herstellung:
Die Eier werden wie Rührei in einer Schüssel aufgeschlagen, Mehl kommt hinzu -
hoffentlich verklumpt's nicht! - und dann eine vorsichtige Dosis Mineralwasser. Die
genaue kann ich nicht angeben - das ist reine Gefühlssache. Vielleicht erst mal 0,1 l. Eine
Prise Salz kommt auch hinzu - in der Menge je nach Bedarf. Nun der fein gehackte
Schnittlauch. Alles ordentlich verrühren und schon ist die erste Runde geschafft.
Weiter geht's mit der Pfanne, in der das Griebenschmalz erhitzt wird. Zeigen sich
Schlieren, ist's heiß genug. Nun die Eiermasse hinein und fleißig mit dem Schneebesen
rühren - besonders am Pfannenrand, denn dort setzt sich die Masse gern fest. Wenn sich
erste Klumpen zeigen, ist das ein Zeichen, dass der Backprozess fortschreitet. Jetzt
vorsichtig Mineralwasser nachkippen. Und rühren und rühren. Mit dem Wasser wird die
Konsistenz der Masse bestimmt. Je nachdem also, wie pampig man's mag. Doch
Vorsicht! Zuviel Wasser bleibt wie Rinnsale im Eierschmier stehen. Also: Gefühl ist
angesagt.
Irgendwann ist das Eierschmier einheitlich schmierig - es macht seinem Namen also
Ehre! Die Pfanne kann nun vom Feuer genommen werden. Das Eierschmier auf das
ungebutterte rustikale Brot auftragen - je dicker, desto besser - und genießen.
Zwiebelkuchen
Das Rezept ist für vier Personen ausgelegt und besteht aus den Teilen Teig und Belag.
Dazu schmeckt - wie kann es anders sein - Federweisser.
Zutaten Teig:
25 g Hefe
etwa 1/4 l Milch
Prise Zucker und Salz
380 g Mehl
60 g Margarine (zusätzlich etwas Margarine zum Einstreichen des Backblechs)
1 Ei (frisch sollte es sein)
Zutaten Belag
1 kg Zwiebeln
150 g Dörrfleisch
schwarzer Pfeffer (frisch gemahlen)
Kümmel und Muskat
4 Eier (auch diese sollten wieder frisch sein)
500 g saure Sahne
Zubereitung:
In eine Rührschüssel das Mehl geben und in der Mitte eindellen. Darein die in lauwarmer
Milch aufgelöste Hefe mit etwas Mehl und Zucker verrühren. Diesen Vorteig etwa 10
Minuten an einem warmen Platz gehen lassen.
Den Vorteig mit dem restlichen Mehl, mit einer Prise Salz, der Margarine und dem Ei -
alles sollte wieder handwarm sein - verkneten, bis sich der Teig von der Schüssel löst.
Kann sein, dass dabei noch etwas Mehl zugegeben werden muss.
Den Teig wieder einmal an einem warmen Ort zugedeckt etwa 20 Minuten gehen lassen.
Den Backofen schon mal auf 220 Grad aufheizen.
Die Zwiebel zu Ringen oder Schnipseln verarbeiten und zusammen mit dem
kleingewürfelten Dörrfleisch in einer Pfanne oder Topf dünsten. Mit Pfeffer, Muskat und
Kümmel (wer's mag) abschmecken.
Ein rundes Backblech mit Margarine dünn einfetten und den Teig ausbreiten. So, dass er
an den Rändern etwas hochsteht. Die Zwiebel-Speckmischung darauf verteilen und die
mit den Eiern verquirlte saure Sahne dazu geben.
40 Minuten backen lassen.
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